Rezension zum Buch "Spaziergang durch das alte Dresden in Ansichtskarten um 1900".
Die innere Altstadt (Band 1 der Buchreihe)

Dr. Thomas Liebsch, Kunsthistoriker aus Dresden schreibt:

Michael Schmidt lässt in seinem Ansichtskartenbuch das 1945 verbrannte und später abgeräumte "Alte Dresden" wiedererstehen, das seitdem viele Dresdner, darunter auch Jüngere, in ihr visuelles Gedächtnis geschlossen haben und das ihnen ans Herz gewachsen ist.
Die alten Stadtaufnahmen bilden meist Orte ab, die bis heute entweder neu bebaut wurden oder leer geblieben sind. Über die Stadtbrachen ist Gras gewachsen, nicht jedoch über die menschliche Erinnerung. Die durchweg anspruchsvollen "verschwundenen" Architekturen der Stadt Drcsden entfalten ihre Aura in den alten Postkartendrucken mit ihren Kolorierungen, die den Betrachter in die Zeit vor hundert Jahren zurück versetzen.
Durch die brilliante Drucktechnik der Reproduktionen, die dem Original sehr nahe kommen, hebt sich das Buch qualitativ weit aus der Vielzahl vergleichbarer Erscheinungen seit 1990 heraus. Das Buch ist sehr ansprechend und dem Gegenstand angemessen gestaltet.
Michael Schmidt gibt in seiner Einleitung und den anschließenden kurzen Ausführungen zu Grundlinien der Dresdner Stadtgeschichte sachkundige Orientierungshilfe. Darüher hinaus fügt er am Schluß des Bandes Erläuterungen zu den Abbildungen hinzu, den Stadtplan hätte sich der Ortsunkundige möglicherweise etwas größer gewünscht. Durch die treffende, Auswahl und Anordnung der Motive wird die außerordentliche städtbauliche und baukünstierische Bedeutung der Dresdner Altstadt deutlich. Städtisches Leben wird in der abgebildeten Elbeschiffahrt, den Wachaufzügen des Hofes und in so manchem gesellschaftlichen Ereignis bis hin zu gastronomischen Kuriosa veranschaulicht.
Dieser vorliegende Band ist das erste Buch einer geplanten Reihe gleichartiger Postkartenbücher, die sich allen Stadtteilen des alten Dresden widmen wird. Sicher wird die Reihe als ein Bildgedächtnis der Stadt zu einem Standardwerk der Dresden-Literatur und sollte in keinem Regal mit Dresdensia fehlen.
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